Vitamin D: das (fast) Alleskönner-Vitamin

Es war im Spätherbst 2009. Das Wetter war nasskalt, stürmisch und Deutschland in Angst vor der „Schweinegrippe“. Dementsprechend häufig wurde ich von Patienten angerufen: „wie kann ich mich denn vor der Schweinegrippe schützen?“ - Meine Antwort war damals: „mit Vitamin D!“

Zu dieser Zeit kannte man Vitamin D allerdings allenfalls aufgrund seiner Bedeutung für den Kalzium-Stoffwechsel, aber nicht wegen seiner Eigenschaften für das menschliche Immunsystem. Dies änderte sich allerdings etwa ein halbes Jahr darauf…

Vitamin D: unentbehrlich für den menschlichen Stoffwechsel!

Inzwischen haben zahlreiche Studien herausgestellt, dass das fettlösliche Vitamin D wesentlich mehr kann als nur Kalzium in die Knochen zu bringen. Tausende von Veröffentlichungen erweitern die Wichtigkeit dieses essenziellen Vitamins. Vor allen Dingen für das Immunsystem und seine zahlreichen Funktionen ist Vitamin D durch nichts anderes zu ersetzen. Mittlerweile wurden ganze Bücher geschrieben - nur über ein einziges Vitamin!

Bei welchen Prozessen im Stoffwechsel spielt Vitamin D nun eine Rolle?

  • Im Aufbau und Stoffwechsel von Zähnen, Knochen und Gelenken
  • Bei der Kalziumaufnahme aus der Nahrung
  • Im Muskelstoffwechsel
  • Für die Infektabwehr und für die Synthese körpereigener Antibiotika
  • Bei der Kontrolle von Entzündungsaktivität im Körper
  • In Bezug auf Hormone, Schlaf und Stimmung. Vitamin D wird stimmungsaufhellend
  • In Bezug auf die mentale Leistungsfähigkeit
  • Bei der Steuerung des Energiestoffwechsels der Zellen
  • Bei Aktivierung bestimmter Gensequenzen („Epigenetik“)

Damit wirkt Vitamin D positiv auf sehr viele verschiedene Krankheitszustände

Alles was in Bezug auf die immunologischen Funktionen im Körper passiert, hängt direkt oder indirekt auch vom Stoffwechsel des Vitamin D ab. Das fängt bei einem banalen Virusinfekt an und endet bei komplexen und systemischen Autoimmunkrankheiten. Auf der einen Seite wird Vitamin D abwehrsteigernd, auf der anderen Seite kontrolliert es auch die Entzündung. Folgende Krankheitsbilder können durch eine vernünftige Zufuhr mit diesem fettlöslichen Vitamin reduziert werden:

  • Häufigkeit und Heftigkeit von Virusinfekten
  • Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen
  • Rachitis und Osteoporose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck
  • Diabetes und Stoffwechselstörungen, bei denen der Blutzucker entgleist ist
  • Depressionen, chronische Erschöpfung und Muskelschwäche
  • verschiedene Formen von entzündlichem Rheuma
  • Psoriasis
  • Multiple Sklerose
  • Morbus Crohn
  • systemische Erkrankungen des zellulären Immunsystems („Autoimmunkrankheiten“)
  • Alzheimer und Parkinson
  • Krebserkrankungen
  • hormonelle Probleme

Vitamin D-Mangel: wie verbreitet ist er?

Offizielle Institutionen wie beispielsweise die deutsche Gesellschaft für Ernährung sind normalerweise sehr zurückhaltend, was Empfehlungen für eine Nahrungsergänzung angeht. Mittlerweile wird jedoch eine Empfehlung zur Ergänzung von Vitamin D von vielen Institutionen ausgesprochen. Der Grund: nur maximal 10 % der Zufuhr an Vitamin D wird aus Nahrungsmitteln bewerkstelligt: Eigelb, Butter, fetter Fisch und Milchprodukten.

90 % des Vitamin D-Bedarfs werden jedoch aus Sonneneinstrahlung gewonnen. Kommt Sonne auf unsere Haut, wird in der Haut Vitamin D synthetisiert. Jedoch hält sich diese Synthese insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten gerade in unseren Breiten in engen Grenzen. Vitamin D-Mangel ist daher häufiger, als man annehmen sollte. Ein Arzt hat es auf einem Vortrag mal so formuliert: „wir müssen davon ausgehen, dass 90 % der Bevölkerung nördlich von Rom zumindest zeitweise einen Vitamin D-Mangel hat“.

Wie viel Vitamin D ist zur Nahrungsergänzung sinnvoll?

Neueste Forschungen gehen von einem täglichen Bedarf von 800-2000 internationalen Einheiten Vitamin D aus. 1000 Einheiten entsprechen dabei 25 µg. Noch bis vor wenigen Jahren hielt man eine tägliche Dosierung über 1000 Einheiten pro Tag für den Körper für giftig. Mittlerweile gibt es sogar einige Forschungsergebnisse, die bei Unregelmäßigkeiten in zellulären Immunsystem (zum Beispiel Autoimmunkrankheiten, siehe oben) einem noch einmal wesentlich höhere Dosierungen empfehlen. Manche Autoren gehen davon einen Bedarf von bis zu 100.000 Einheiten pro Woche aus, in Einzelfällen sogar noch mehr.

Während die Einnahme einer so hohen Dosierung von Vitamin D unbedingt mit einem Arzt oder Therapeuten abgesprochen werden sollte, ist eine Nahrungsergänzung im Bereich von 1000 Einheiten pro Tag für fast jeden sinnvoll!

 

Andreas-Ulmiche-Darmversteher

Autor: Andreas Ulmicher, www.darmersteher.de

Fachjournalist, Autor (u.a. Der Darmversteher, Ratgeber Reizdarm, Ratgeber chronische Erschöpfung: Burnout – chronisches Erschöpfungssyndrom – Depression) und Heilpraktiker Andreas Ulmicher ist selbst betroffen von einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung und steht der Medicus Naturheilmittel mit Tat und Rat zur Seite.

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