Monatsbrief September

Nach den herrlichen Sommertagen fällt mir der Abschied von der Wärme diesmal besonders schwer. Wie herrlich ist es doch, wenigstens einen Teil des Lebens „outdoor“ zu verbringen. In diesen etwas trüben Gedanken kam mir die Grußkarte einer lieben Patientin gerade recht. Schauen Sie mal (Foto weiter unten: „Lerne im Regen zu tanzen…“).

Ein bemerkenswerter Satz, den man durchaus auch so übersetzen könnte: Genieße den Moment, das Hier und Heute, anstatt Ziele, Pläne, Freude und Glück in die Zukunft zu verlagern.

Sofort habe ich die Karte meiner Frau so ganz nebenbei untergejubelt. Mal sehen, ob es etwas hilft, dachte ich mir. Denn mein langgehegter Wunsch, mit meinem alten VW Bus eine kleine Hippiereise zu unternehmen, sollte endlich Wirklichkeit werden. Vor meinen geistigen 3 Augen sah ich bereits ihr entschiedenes „Nein, ohne mich“, dann fahre halt allein. Jedoch alles kam anders: Eigentlich sollte das Ziel Matala auf Kreta sein- in den 68 und 70er Jahren der zentrale Sammelpunkt der Langhaarigen und Ausgeflippten. Mit Langhaar und Ausflippe ist es zwischenzeitlich nichts mehr, aber…..OK, Matala würde sie nie akzeptieren: die lange Fahrt, Überfahrt mit dem Schiff etc.. Als ich so vor mich hersinnierte, wie ich trotz dieser schrecklichen Antizipationen ihres „Nein“ meinen Traum erfüllt bekommen könnte, „erwischte“ ich sie-mal wieder- bei Rosamunde Pilcher auf Romance TV. Das war es! Das musste die Lösung sein!

 

 
 
 

Flugs tauschte ich Matala gegen Cornwall, setzte mich brav zu ihr auf das grüne Ecksofa und schaute in höchstem Maße (schein-) interessiert der 6.(!) Wiederholung von irgendeiner Pilcherschnulze, in der Patrick Fichte (=ihr Lieblingswunschschwiegersohn) erneut die ach so sehr Geliebte in einem Schloss heiratete, zu. Gerade als Patrick im feinen Anzug mit dem Rolls vorfuhr, kam meine Stunde, besser gesagt meine Sekunde und ich fragte: Wie wäre es mit einer Hippiereise im T2 Baujahr 73 nach Cornwall? Sie können sich meine Erleichterung nicht vorstellen, als Patrick und seine Braut endlich vor dem Altar standen und ich ganz nebenbei bei meiner Frau ein „Ja“ für die Reise abstaubte. Somit geht es vom 25.9. bis 3.10., wie vor 49 Jahren, mit Schlafsack und Gaskocherle, im geblümelten Libertyhemd mit Musik von Smokie und den Beach Boys nach Cornwall.

 

Unsere neue Arzthelferin Jenny macht sich gut. Vor allem ihre Freundlichkeit wird sehr gelobt. Am 11.9. kommt dann noch Frau Merz, eine Krankenschwester, hinzu. Sie war schon zum Probeschaffen da und alle waren begeistert. Somit scheint die Personalkrise überwunden zu sein. Da gilt es, sich herzlich bei allen zu bedanken, die in den schweren Tagen und Wochen mitgeholfen haben: bei Anne Berends, meiner Schwester, meiner Tochter Cristina u. bei Michaela und ihrem Team. Wie gut, wenn man solche treuen Menschen um sich hat.

 

Richtig für Herbst und Winter habe ich für Medicus ein neues Präparat herausgebracht: die Darmflorakapseln. Eine gesunde Darmflora ist eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Immunsystem und für gute Entgiftung. Laboruntersuchungen zeigen häufig, dass die Flora bei vielen Krankheiten Schaden genommen hat. Auch sollte keine Antibiotikagabe erfolgen, ohne dass die Darmflora mitbehandelt wird. Das Medicuspräparat enthält alle wichtigen Keime und ist super verträglich.

 

Unter der Rubrik „wir statt ich“ möchte ich in Zukunft monatlich ein ausgewähltes karitatives Projekt gezielt unterstützen. Grundvoraussetzung ist immer, dass die Hilfe direkt ankommt und nicht durch Verwaltung etc. aufgefressen wird und dass Sie, liebe Gäste unserer Praxis, das Projekt/die Not persönlich kennen. Das kann Hilfe für ein armes Mütterlein im Dorf sein oder eine Unterstützung sonst wo auf der Welt. Egal ob für Christ, Buddhist oder Agnostiker (bitte kein Terrorist). Für September habe ich eine ganz wunderbare Sache entdeckt:

 

Meine liebe Patientin, Frau Birgitt Schaible, erzählte mir eines Tages, dass sie auf die Philippinen, genauer gesagt nach Cebu, reisen wolle. Neugierig fragte ich nach, was sie denn dort machen wolle? Ihre Antwort: Kinderaugen zum Leuchten bringen. Frau Schaible ist Lehrerin in der Realschule Pfalzgrafenweiler und hat mehrfach mit ihrer Klasse eine Backaktion durchgeführt. In der Vorweihnachtszeit wurden mit viel Engagement der Schülerinnen/Schüler Plätzchen gefertigt, die dann in der Pause verkauft wurden.

 

Der Erlös geht an Christ for Asia, eine Organisation, die in Cebu mehrmals wöchentlich Straßenkindern ein warmes Essen gibt. Frau Schaible hat sich die Arbeit dort in den Kinderheimen genau angesehen und weiß, dass jeder Cent direkt bei den Kindern ankommt. Etwa 15 000 Kinder in Cebu leben auf den Straßen. Falls Sie Interesse an einer Unterstützung dieser wunderbaren Aktion haben, können Sie sich gerne bei Frau Walz melden. Ich bin jedenfalls dabei. Ein Essen für ein Kind kostet etwa 40 Cent, ein Kind hat 2 Augen… ich hoffe, in Kürze leuchten ein paar Hundert mehr davon.

 

Einen herrlichen September mit vielen leuchtenden Augen (bitte auch an die eigenen denken)
wünscht Ihnen Ihr

 

Hippie-Doc Helmuth Krieg

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