Monatsbrief Oktober

Die moderne Technik macht es möglich, dass ich diesen Brief vom Urlaub in Cornwall aus schreibe. Bisher hat alles gut geklappt, der VW Bus hält prächtig durch, das Wetter ist ordentlich und manchmal sogar sonnig. Cornwall bietet eine besonders beeindruckende Landschaft. Gerade sind wir in Bude an der Nordwestküste. Morgen geht es weiter nach Südwesten Richtung Lands End. Bald ist die Reise schon wieder vorbei und am 3.10. geht der Zug von Folkestone nach Calais und damit Richtung Heimat. Stefan hat auf Facebook für mich einige Fotos eingestellt und dafür schon fast 40 „likes“ bekommen.
Ein Erfolg ist auch die Aktion „wir statt ich“. Neben den wunderschönen Rückmeldungen der Kinder aus Cebu, haben sich auch etliche von Ihnen gemeldet und wollten mehr wissen, wem mit der Initiative „Essen für Straßenkinder auf Cebu“ geholfen wird. In diesem Monat unterstützen wir hier nochmals, bevor unsere Schwester Veneranda in Brasilien im November Geld für das „Milchprojekt“ bekommt. Für Veneranda lege ich meine beiden Hände ins Feuer, denn ich kenne sie persönlich und das kam so: Vor vielen Jahren waren meine Frau, unsere Kinder Michaela und Angela in Joao Pessoa, einer recht armen Stadt im Nordosten von Brasilien, ca. 2000 km von Rio de Janeiro entfernt. Der Anlass war, ein weiteres Kind, unseren Sohn Mario zu adoptieren. Mario war bei einer Pflegefamilie und wir konnten das 6 Wochen alte Baby dort jeden Tag besuchen.

Kurz vor Abreise zurück nach Deutschland hatte Michaela mit einem zweiten Baby, welches dort zur Pflege war, Freundschaft geschlossen und bemerkt, dass dieses Kind gelähmt war und schwer krank. Michaela wollte das Kind nicht mehr aus ihren Armen geben und drängte, dass wir auch dieses -kranke- Kind mit nach Hause nehmen sollten. Das war jedoch beileibe nicht so einfach, denn das gelähmte Kind hätte den Flug gewiss nicht überstanden. Also mussten wir das Mädchen zuallererst in eine private Kinderklinik vor Ort bringen, um es aufpäppeln zu lassen.

In Brasilien ist manches anders als bei uns. So mussten wir die Klinik im Voraus bezahlen und -bitteschön- nur in US-Dollar. Kreditkarten waren ein Fremdwort. Da standen wir also mit unseren beiden Kindern, einem gesunden Baby und einem schwer kranken. Was macht man in einer solchen Situation? Sich das Geld von Deutschland schicken lassen wäre nicht gegangen, denn es wäre nur in Landeswährung ausbezahlt worden. Und brasilianisches Geld wollte das Krankenhaus wegen der hohen Inflation partout nicht.

In der Not kontaktierten wir den Franziskanerorden vor Ort und lernten „Irma“ = Schwester Veneranda kennen. Und Veneranda konnte helfen. Zwar nicht sie selbst, aber sie kannte einen Pater, der –warum auch immer- Dollar sammelte. Dieser Herr war so gutgläubig und händigte mir sein gesamtes Erspartes, immerhin 6000 USD, gegen einen völlig ungesicherten Verrechnungsscheck der Kreissparkasse Calw aus. Damit war unser Problem gelöst, das Baby kam für 14 Tage in die Klinik und war danach „flugtauglich“. Dank Veneranda und dem Pater. Dass das kleine Mädchen Cristina getauft, gesund wurde und heute in der Praxis mitarbeitet, wissen die Insider unter Ihnen schon lange.

Mindestens genauso „Wunder“bar wie mit unserer Tochter ging es übrigens mit dem Patienten, der an der Dialyse war und seinen Konflikt lösen könnte (siehe Monatsbrief vom August) weiter. Wenige Tage nach dem Ereignis bekam er einen Anruf von der Uni Heidelberg, man hätte eine Niere. Die Niere passte ebenfalls „wunderbar“, die Heilung verlief wie im Bilderbuch, mein Patient ist der glücklichste Mensch auf der Erde und die Dialyse ist Geschichte. Und jetzt arbeiten sogar seine eigenen Nieren, die man im Körper belassen hatte, auch wieder.

Immer mehr Menschen leiden unter Atemaussetzern in der Nacht. Die Folge ist, neben Schnarchen, ein Sauerstoffmangel. Betroffene klagen häufig über Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, hohen Blutdruck, Nachlassen der Vitalität in jeder Hinsicht. Wegen der hohen Bedeutung für die Gesundheit haben Michaela und ich jetzt ein Diagnosegerät angeschafft, welches zuverlässig das so genannte Schlaf-Apnoe-Syndrom erkennt.

Nun aber wünsche ich Ihnen allen einen richtig goldenen Oktober mit viel Gesundheit

Ihr Dr. med. Dr. Helmuth Krieg

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