Morbus Crohn - Darmerkrankung

Beim Morbus Crohn handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die grundsätzlich den gesamten Verdauungstrakt befallen kann. Zusammen mit Colitis ulcerosa betrifft sie rund 0,5% der Bevölkerung der westlichen Industrienationen.

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine schwerwiegende, chronisch verlaufende Krankheit des Verdauungstrakts. Sie kann grundsätzlich jeden Abschnitt im Verdauungstrakt vom Mund bis zum After befallen. Am häufigsten manifestiert Sie sich jedoch am Ende des Dünndarms und wird dann als Enteritis regionalis bzw. Ileitits terminalis bezeichnet. Fast genauso häufig findet sie sich in verschiedenen Abschnitten des Dickdarms. Es können auch mehrere Abschnitte von Dickdarm und Dünndarm gleichzeitig von der Entzündung betroffen sein. Entzündete und entzündungsfreie Abschnitte wechseln sich miteinander ab. Bei Morbus Crohn des Dickdarms spricht man auch von Colitis Crohn (Crohn Colitis granulomatosa). Der Wechsel zwischen entzündeten und entzündungsfreien Darmabschnitten führt zur Bildung eines so genannten „Pflastersteinreliefs“. Dies ist ein Unterscheidungsmerkmal von der Colitis ulcerosa und wird bei den verschiedenen bildgebenden Diagnoseverfahren festgestellt.

Im Unterschied zu Colitis ulcerosa befällt Morbus Crohn alle Schichten des Darms: die Darmschleimhaut, die Darmwand und die Muskelschicht.

Die Erstdiagnose findet meist im Zeitabschnitt zwischen dem 14. und dem 35. Lebensjahr statt. Im Extremfall kann jedoch Morbus Crohn ab der Geburt bzw. erst nach dem 60. Lebensjahr diagnostiziert werden (selten).

Die Krankheit ist chronisch und gilt bis heute als nicht heilbar. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen: Sie kann in entzündlichen Schüben, fulminant, leicht oder aber kontinuierlich verlaufen. Der schubweise Verlauf ist dabei am häufigsten. Bei dieser Verlaufsform kommt es zu akuten Entzündungsphasen, die mit starken Beschwerden einhergehen. Zwischen diesen Phasen kommt es zur Remission, einer Zeitspanne ohne nennenswerte Entzündungsaktivität und mit keinen oder nur geringen Beschwerden.

Wie wird Morbus Crohn diagnostiziert?

Um einen Morbus Crohn zu diagnostizieren und von der Colitis ulcerosa abzugrenzen, ist eine Kombination verschiedener bildgebenderVerfahren und Laborwerte vonnöten. Es wird eine Spiegelung des Dickdarms vorgenommen (Endoskopie) und gegebenenfalls eine ebensolche des Magens. Die häufig von der Entzündung betroffenen Abschnitte im unteren Dünndarm sind einer Spiegelung in aller Regel nicht zugänglich. Hier bedient man sich verschiedener anderer bildgebender Verfahren: Ultraschall, Kapselendoskopie und Sellink. Mit der Hilfe der Letzteren Untersuchung kann ein Kontrastmittel-Röntgen des Dünndarms vorgenommen werden. Ein Kontrastmittel-Einlauf wird eingesetzt, um gegebenenfalls von Dickdarm ausgehende Fisteln zu diagnostizieren, die eine häufige Begleiterscheinung des Morbus Crohn darstellen. Veränderungen im Profil der Leukozyten („weißes Differentialblutbild“) und Entzündungswerte wie CRP und Calprotectin (im Stuhl) ergänzen die bildgebende Diagnostik.

Welche Symptome macht Morbus Crohn?

Die häufigsten Symptome bei Morbus Crohn sind Bauchschmerzen, Krämpfe, Durchfall, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Fieber und Krankheitsgefühl. Bei der Mehrheit aller Patienten finden sich die Beschwerden im rechten Unterbauch.

Dort und an anderen entzündeten Darmpartien kommt es häufig zu einer Verengung des Darmlumens, ausgelöst durch die Schwellung des umgebende lymphatischen Apparats und durch eine Fibrosierung der entzündeten Darmwand bzw. Muskelpartie. Dieser Veränderungen werden Stenosen genannt und führen häufig zu erheblichen Komplikationen. Im Extremfall kann es zum Darmverschluss kommen (Ileus). Ist dies der Fall, ist eine Operation unumgänglich.

Da die Darmwand mit entzündet ist, kommt es bei Morbus Crohn häufig zu Fisteln und Abszessen. Fisteln sind Hohlgänge, die Eiter enthalten und transportieren. Sie können verschiedene Darmabschnitte miteinander verbinden, aber auch den Darm und andere Organe, über die Haut ausbrechen und „blind“ enden. Daraus entwickelt sich fast immer ein Abszess, der zu einer generalisierten Entzündungsreaktion im Körper mit Fieber und Leukozytose führt.

Morbus Crohn ist eine systemische Erkrankung des Immunsystems. Ihr Ursprung liegt zwar am Darm, Komplikationen können jedoch den gesamten Körper betreffen. Zu den wichtigsten Komplikationen zählen neben Fisteln und Abszessen die Augenentzündung Uveitis, die Entzündung des Kreuzbein-Darmbeingelenks Sacroileitis, die rheumatische Wirbelsäulenerkrankung Morbus Bechterew sowie weitere entzündlich-rheumatische Erscheinungen am gesamten Körper. Eine Kuriosität ist die Hauterkrankung Pyoderma gangraenosum. Auch die Gallenwegsentzündung PSC manifestiert sich, wenn auch erfahrungsgemäß seltener als bei der Colitis ulcerosa.

Die Durchfälle bei Morbus Crohn sind häufig schleimig und seltener schleimig-blutig. Oft sind sie unverdaut, enthalten häufiger Fett und Stärke. Nicht selten geht mit dem Morbus Crohn durch die Entzündung des Dünndarms auch Gallensäure verloren. Sehr häufig ist die Erkrankung mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten von Laktose, Fructose, Milcheiweiß und verschiedenen Getreidesorten einher. Ballaststoffe führen häufig zu Beschwerden.

Weitere relativ häufige Kennzeichen einer Crohn-Erkrankung sind Gewichtsverlust mit Untergewicht und eine chronische Erschöpfung.

Was sind die Ursachen von Morbus Crohn?

In der Medizin konnten die Ursachen bisher nicht genau ermittelt worden. Man vermutet eine sehr komplexe Kombination von Barrierestörungen im Darm, einer Fehlregulation des zellulären Immunsystems, anhaltendem oxidativen Stress, einer grundsätzlichen genetischen Disposition (das „Crohn-Gen“ NOD2CARD15) und umweltmedizinischen Einflüssen.

Tipp: bei Morbus Crohn des Dickdarms kann wie bei Colitis ulcerosa ebenfalls eine Barrierestörung der Darmschleimhaut vorliegen. Mit einer gezielten Substitution von Phosphatidylcholin, das im Dickdarm freigesetzt wird (z.B. PC Medicus 2.0S), kann die Schleimhautbarriere stabilisiert und eine Linderung der Symptome erreicht werden.

Nach einer Hypothese soll die Kombination Rauchen plus die Einnahme empfängnisverhütender Mittel („Pille“) in den sechziger Jahren zu einer ersten Erkrankungswelle geführt haben. Weiterhin hält man es für möglich, dass Umweltgifte und Nahrungsmittelzusätze die Stabilität der Darmbarriere beeinträchtigen.

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Wie wird Morbus Crohn behandelt?

Vom Arzt wird eine entzündungshemmende und immunsuppressive Therapie eingesetzt, um den Verlauf der Erkrankung günstig zu beeinflussen: schubfreie Phasen sollen möglichst verlängert werden, der akuten Entzündung und möglichen Komplikationen die Spitze genommen werden. Dabei verordnet der Gastroenterologie Kortisonpräparate und Immunsuppressiva wie Azathioprin und Methotrexat. In jüngerer Zeit werden häufig die so genannten Biologika eingesetzt: Sie hemmen sehr gezielt bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe wie beispielsweise TNF-α.

Ist die konservative Therapie nicht ausreichend, stehen verschiedene chirurgische Maßnahmen zur Verfügung: die Entfernung entzündeter Darmabschnitte, die Erweiterung verengter Darmabschnitte („Ballondilatation“), Strikturoplastik, Drainage von Fisteln und Abszessen und Maßnahmen zur Erhaltung des Rektums sowie die Anlage eines künstlichen Darmausgangs, des so genannten Stomas.

In der biologischen Medizin und Naturheilkunde ist die langfristige Behandlung eine große Herausforderung. Sie kann begleitend zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt werden. Vielversprechend ist neben einer Darmsymbioselenkung und ernährungsmedizinischen Maßnahmen die Beruhigung des zellulären Immunsystems, beispielsweise mit Präparaten wie Andrographis oder Artemisinin.

Ist eine spezielle Ernährungsform zur Linderung des Morbus Crohn sinnvoll?

Ähnlich wie bei Colitis ulcerosa gilt auch hier: es gibt keinen spezifischen Diätansatz, der jedem Patienten hilft. Es hat sich sehr häufig herausgestellt, dass die Patienten Milchprodukte und Weizen sowie saure Nahrungsmittel nicht so gut vertragen. Es bestehen häufig verschiedene Nahrungsmittelintoleranzen. Unlösliche Ballaststoffe (Kleie) können individuell zum Problem werden. Linderung durch eine Vermeidung von vergärbaren Kohlenhydraten, den FODMAPS, sowie durch eine Vermeidung von Lektinen wird gelegentlich beobachtet.

 

Andreas-Ulmiche-Darmversteher

Autor: Andreas Ulmicher, www.darmersteher.de

Fachjournalist, Autor (u.a. Der Darmversteher, Ratgeber Reizdarm, Morbus Crohn – Colitis ulcerosa Ratgeber) und Heilpraktiker Andreas Ulmicher ist selbst betroffen von einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung und steht der Medicus Naturheilmittel mit Tat und Rat zur Seite.

 

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